D.A.F. Online - Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk D.A.F. Online - Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk
English Version

Archiv 1998

>> zur Archivübersicht>> zum Archiv 1998

Ausgabe 2 - November --- Kongressberichte ---

 

 

 

2. EFAS-Kongreß "Foot-The Congress" in Köln

 

D.Frank (Leverkusen)

FOOT-THE CONGRESS war der 2. gemeinsame Kongreß der Europäischen Fußgesellschaften EFAS und EFFAS unter Schirmherrschaft der Deutschen Assoziation für Orthopädische Fußchirurgie -D.A.F. Tagungspräsident des Kongresses war Dr.med. Daniel Frank, Remigius-Krankenhaus Opladen, Leverkusen. Die wissenschaftliche Leitung wurde vom Programm-Komitee mit Teilnehmern aus 13 europäischen Ländern übernommen. Mehr als 400 Teilnehmer aus 22 Ländern (Europa, Amerika, Asien und Australien) besuchten den 2 1/2-tägigen Kongreß im Maternus-Haus in Köln. 130 Vorträge, 50 geladene Referenten und 5 Workshops wurden angeboten.

 

Hauptthema des ersten Tages war "Das Posttraumatische Sprunggelenk". Als Gastredner hielt Per-Henrik Agren aus Stockholm ein Übersichtsreferat. K.Bohndorf, Radiologe aus Augsburg, berichtete über neue Erkenntnisse in der bildgebenden Diagnostik des Sprunggelenks. Als weiteres Thema wurde der Hohlfuß´abgehandelt. Sandro Giannini aus Bologna hielt das einführende Referat zur Diagnose und Behandlung des kindlichen Hohlfußes, ehe Joseph Steinhäuser aus Guben über die Diagnostik und Behandlung des erwachsenen Hohlfußes sprach. Unter der Leitung von Francesco Malerba uas Mailand wurde im Rahmen eines Symposiums die "Ergebnisdarstellung von Behandlungen des Fußes und Sprunggelenks" diskutiert. Ceroni Giacometti aus Mailand nahm sich dabei den orthopädischen Fragestellungen an. H.J. Thermann aus Hannover berichtete darüber, ob Fragebogenaktionen ein valides Instrument für Nachuntersuchungen sein können. Per-Henrik Agren aus Schweden stellte das nationale schwedische Fußregister dar, Alberto Zerbi aus Mailand gab eine Darstellung über radiologische Kurse zur Dokumentation von fußchirurgischen Ergebnissen.

 

Hakon Kofoed aus Dänemark hinterfragte, ob Scoring-Systeme für Sprunggelenksprothesen die Realität widerspiegeln. Der zweite Tag des Kongresses stand unter dem Hauptaspekt der "Arthroskopie" des Fuß- und Sprunggelenks. Dieter Kohn aus Homburg, Präsident der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie, führte den Vorsitz und hielt ein einführendes Referat über den derzeitigen Stand der Sprunggelenksarthroskopie. Vier weitere eingeladene Referenten berichteten über ihre Ergebnisse bei der arthroskopischen Diagnostik und Therapie des oberen Sprunggelenks bzw. der Fußgelenke. Pierre Paul Casteleyn aus Brüssel stellte die Sprunggelenksdistraktion als Hilfsmittel für die Arthroskopie dar. Torsten Wredmark aus Schweden berichtete über arthroskopische Arthrodesen des oberen Sprunggelenks.

 

C.Niek van Dijk aus Amsterdam stellte die Möglichkeit der Sehnenscheiden-Endoskopie im Bereich der Postikus-Sehne, der Peronealsehnen und der Achillessehne dar. Ian Winson aus Bristol referierte über Techniken und Ergebnisse der Sprunggelenksarthroskopie. Ein gut besuchtes Symposium beschäftigte sich mit der "Behandlung des diabetischen Fußes". Hans-Henning Wetz aus Münster führte den Vorsitz und gab ein Übersichtsreferat über die biomechanischen Aspekte des diabetischen Fußes. Mike E.Edmonds vom King's College Hospital in London stellte das moderne Management des diabetischen Fußes aus der Sicht eines Internisten dar. James Brodsky aus Dallas, USA, berichtete über Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußes in den USA. Im Anschluß an dieses Symposium fand ein Workshop zur Diagnostik der Fußfunktion mit Hilfe von plantaren Fußmeßfolien statt.

 

Als weiterer eingeladener Sprecher berichtete M.Tryba aus Kassel über den derzeitigen Stand in der Behandlung des M.Sudeck. Mit großem Interesse wurden die Vorträge über "First Ray Disorders" unter der Leitung von Greta Dereymakers aus Belgien und Hans-Peter Kundert aus Zürich verfolgt. Die verschiedenen Therapiearten beim Hallux valgus einschließlich der Eingriffe am ersten Mittelfußknochen wurden verglichen und diskutiert. Als Festredner sprach Dr.med.Peter Liese, Arzt und Mitglied der CDU-Fraktion des Europa-Parlaments in Straßbourg, über die "Zukunft der Gesundheitspolitik in Europa". Im Rahmen einer Konsensus-Konferenz unter der Leitung von Herrn Delius aus München wurde die "Extrakorporale Stoßwellentherapie" abgehandelt.

 

Sechs Redner wurden eingeladen, um darüber ausführliche Referate zu präsentieren: James W.Brodsky aus Dallas sprach über die nichtoperative Behandlung und Ergebnisse einer Multicenterstudie aus den USA und M.P.Seegenschmied aus Essen über die Möglichkeiten der strahlentherapeutischen Behandlung des Fersensporns beim aktiven Sportler. Matthias Buch aus Kassel stellte die Stoßwellentherapie mit Niedrigenergiedosis dar. Rolf Schleberger aus Bochum berichtete über die Behandlungsergebnisse der einzeitigen Stoßwellenbehandlung. Kai H.Olms aus Bad Schwartau gab einen Erfahrungsbericht über die endoskopische Behandlung des Fersensporns. Der Samstag als abschließender Kongreßtag stand unter dem Thema "Sprunggelenksprothesen". Hakon Kofoed aus Dänemark hielt ein einführendes Referat über die Möglichkeiten der Revisionsoperationen bzw. Austauschoperationen von Sprunggelenks-Endoprothesen.

 

Weitere Vorträge von Jarde aus Frankreich und Patrick Peters aus Lübeck beleuchteten andere Aspekte der endoprothetischen Versorgung des Sprunggelenks und Fußes. H.J.Thermann aus Hannover war wissenschaftlicher Leiter des Symposiums "Sprungbeinfraktur". Fünf eingeladene Sprecher hielten Referate zu verschiedenen Aspekten der Sprungbeinfraktur. Bertil Romanus aus Schweden sprach über die Anatomie und Pathobiomechanik von Sprungbeinfrakturen bei Kindern. P.Cronier aus Frankreich stellte eine Klassifikation der Talusfrakturen dar. Kai Klaue aus der Schweiz berichtete über die gängigen chirurgischen Techniken, H.J.Thermann über seinen Behandlungsalgorhythmus und die Ergebnisse. Per-Henrik Agren aus Stockholm sprach über die Rekonstruktionen des oberen Sprunggelenks nach talusfrakturen.

 

Die Workshops über das "Dynamische Orthesenkonzept" für spastische Kinderfüße von Nancy Hilton aus den USA sowie die "Ringorthese" von Monique Baise aus Aschau fanden großen Zuspruch. Die wissenschaftliche Leitung hatten R.Krauspe aus Würzburg und L.Döderlein aus Heidelberg. In einführenden Referaten wurden die pathoanatomischen Überlegungen zur Behandlung von Fußproblemen bei spastischen Kindern von R.Krauspe dargestellt. L.Döderlein stellte anschließend die Entscheidungsfindung zur Differentialtherapie spastischer Fußdeformitäten auf der Basis funktioneller Aspekte und der ganganalyse dar.

 

Danach berichtete die Krankengymnastin Nancy Hilton über die Prinzipien des von ihr entwickelten dynamischen rthesenkonzeptes. Monique Baise, Oberärztin an der Kinderorthopädischen Klinik Aschau, sprach über ihre Erfahrungen mit der Ringorthese.Anhand von patienten wurden den Workshop-Teilnehmern die Prinzipien und die Behandlungsweise der unterschiedlichen Konzepte dargestellt. Unter der Leitung von J.Koebke fand in Zusammenarbeit mit dem Anatomischen Institut der Universität zu Köln ein Präparations- und Operationskurs zur "Chirurgie der Posticussehne, Weichteiltechniken am ersten Strahl und Osteotomien am Vorfuß" statt.

 

Referenten und Instruktoren aus England (Nigel Cobb), Deutschland (N.Wülker, H.Küster, B.Maaz und R.Fuhrmann) und Frankreich (B.Valtin, L.S.Barouk) stellten die unterschiedlichen Operationstechniken dar und unterwiesen die Teilnehmer in der praktischen Durchführung. Besondere Aufmerksamkeit wurde L.S.Weil aus den USA zuteil, der die von ihm propagierte Weil-Osteotomie in verschiedenen Anwendungsformen demonstrierte. Ein weiterer, ebenso gut besuchter Workshop hatte die "Implantationstechnik der Sprunggelenkksprothese" zum Thema und wurde von H.Kofoed geleitet.

 

Insgesamt hat der Europäische Fußkongreß "THE FOOT" europa- und weltweites Interesse gefunden. Die Teilnehmerzahl konnte im Vergleich zur vorausgegangenen Veranstaltung in Paris nahezu verdoppelt werden. Als weiterer positiver Aspekt war die Vereinigung der bisherigen Europäischen Fußvereinigungen EFAS und EFFAS zur gemeinsamen ESFAS zu verzeichnen. Greta Dereymaker aus Belgien wurde zur Präsidentin der Europäischen Foot and Ankle Society gewählt. Viezepräsident wurde Michael Stephens aus Irland, Sekretär Ian Anderson aus Schottland und Schatzmeister Hagen Kofoed aus Dänemark.

 

Weiterhin wurden 10 Beiräte aus den verschiedenen europäischen Ländern gewählt; deutscher Vertreter ist Daniel Frank aus Leverkusen.

 

D.Frank, Leverkusen

 

IV. D.A.F.-Präparations- und Operationskurs in Jena

 

R.Fuhrmann (Eisenberg)

Der erstmalig ausgerichtete IV. Operations- und Präparationskurs beschäftigte sich ausschließlich mit Weichteiltechniken einschließlich sehnenchirurgischen Eingriffen am Fuß. Die Voraussetzungen dafür wurden durch die vorbestehende enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Anatomie I der Friedrich-Schiller-Universität Jena möglich. Prof.Dr.med.Linß und seiner Oberärztin, Frau Dr.med. Fröber war es gelungen, 12 nicht fixierte Fußpräparate für diesen Kurs zur Verfügung zu stellen. Herr Dr.med.J.Hillekamp aus Düsseldorf demonstrierte nach einer theoretischen Einführung den Flexorentransfer der Kleinzehen, der anschließend von den Teilnehmern an ihrem Präparat nachvollzogen wurde. Weiterhin wurden am der Transfer der Extensor digitorum-Sehne auf den M.abductor digiti minimi zur Behandlung des Digitus quintus varus durch Frau Dipl.med.I.Abramowski aus Eisenberg und schließlich die Peronealsehnenfesselung durch Herrn Dr.med.A.Wagner demonstriert.

 

Die vergleichsweise geringe Teilnehmerzahl erwies sich dabei als Vorteil, weil die Diskussion mit den Teilnehmern während der selbständig durchgeführten Operationsübung jederzeit möglich war. Nach einem gemeinsamen thüringischen Abendessen stellte Herr Priv.Doz.Dr.med.J.Hamel aus Volmarstein in einem ausführlichen Übersichtsreferat seine bekanntermaßen fundierten Kenntnisse zur Problematik der Tibialis posterior-Insuffizienz und deren Behandlungsmethoden dar. Die ausführliche Diskussion untermauer te das große Interesse an dieser Thematik. Die demonstrierte Ersatzoperation der Tibialis posterior-Sehne durch die Flexor digiitorum longus-Sehne wurde anschließend von den Teilnehmern durchgeführt, bevor Herr Prof.Dr.med.H.Küster, Präsident der D.A.F., seine Überlegungen zur Stabilisation des oberen und unteren Sprunggelenkes zunächst inform eines Referates, dann als Demonstrationsoperation vorstellte. Diese Operationstechnik stellte den Abschluß des IV.D.A.F.-Kurses dar. Zusammenfassend war die Resonanz der Teinehmer sehr positiv und bezog sich vor allem auf die freundliche Aufnahme und engagierte Betreuung der Teilnehmer und Instruktoren durch Frau Dr.med.Fröber und ihre Mitarbeiter sowie die angenehme Atmosphäre im Institut für Anatomie.

 

R.Fuhrmann, Eisenberg

 

Bericht von der ESFAS in Köln am 16. September 1998

 

D.Frank (Leverkusen)

Am 16. September 1998 trat der erweiterte Vorstand der nunmehr gemeinsamen europäischen Fußgesellschaft ESFAS erstmals seit seiner Gründung am 04.06.1998 in Köln zusammen. Unter der Leitung der Präsidentin Grtea Dereymaker aus Belgien wurden verschiedene aktuelle Themenbereiche abgehandelt. Die Entwicklung des gemeinsamen Journals "Foot and Ankle Surgery" ist zufriedenstellend. Weitere Nationen wie Spanien, Frankreich und Österreich haben sich entschieden, die Zeitschrift für ihre Mitglieder zu abonnieren. Die Anzahl der eingesandten Papers hat zugenommen und die Rate der zurückgewiesenen Bewerber erreicht eine Quote ähnlich der bereits indizierter Journale. Im nächsten Jahr wird mit einer moderaten Erhöhung des Bezugspreises zu rechnen sein. Möglicherweise erhöht sich die Anzahl der Auflagen pro Jahr. Die Zuverlässigkeit der Zahlungen der Mitgliedsbeiträge läßt zu wünschen übrig. Hier bat die Präsidentin die anwesenden Vertreter der verschiedenen Länder um umgehende Entrichtung der Beiträge.

 

Es wurde nochmals ausführlich über die zukünftige Position der C.I.P. als sogenannter "Weltverband" erörtert. Es ist vorgesehen, daß der C.I.P. als Dachgesellschaft über den einzelnen kontinentalen Federationen fungiert, die ihrerseits die nationalen Gesellschaften bündeln. Frau Dereymaker wies darauf hin, daß die Deadline für Abstracts zum Speciality Day während des EFORT-Kongresses in Brüssel vom 03. bis 08.Juni 1999 auf den 31.10.1998 verlängert wurde. Der nächste ESFAS-Kongreß wird vom 15. bis 17. Juni 2000 in Stockholm stattfinden. Kongreßpräsident ist Per-Henrik Agren; deutsches Mitglied im Programmkomitee ist D.Frank, Leverkusen. Die Themen werden bis Mitte januar 1999 festgelegt.

 

D.Frank, Leverkusen

>> zum Seitenanfang

>> zur Archivübersicht>> zum Archiv 1998