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Archiv 1997

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Ausgabe 3 - Juli --- Editorial ---

 

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

vor Ihnen liegt die 3. Ausgabe unserer D.A.F.-News, die wir wieder mit Neuigkeiten zum Thema "Fuß" und vielen internen Mitteilungen füllen konnten. Die bisherigen Aktivitäten des Jahres 1997 haben sich maßgeblich auf die Öffentlichkeitsarbeit bezogen. Nicht zuletzt darauf, aber auch auf die konsequente Arbeit des Vorstandes, ist der konstante Anstieg der Mitgliederzahlen zurückzuführen (Stand 13.06.1997). Unsere Präsenz auf den Jahrestagungen der Süddeutschen und Norddeutschen Orthopädenvereinigung sind Ausdruck einer koordinierten und zielgerichteten wissenschaftlichen Aktivität.

 

Die unter der Rubrik Kongreßreports dargestellten erfolgreichen Veranstaltungen der D.A.F. in Spitzingsee und Kiel lassen erkennen, daß der von uns eingeschlagene Weg von den Mitgliedern begrüßt wird. Der Nachholbedarf unseres medizinischen Standards auf dem Gebiet der fußrelevanten Erkrankungen ist im Vergleich zu angrenzenden europäischen Ländern immer noch groß und wird nur langfristig durch zielstrebige interdisziplinäre Tätigkeit aufgearbeitet werden können. Durch die in Deutschland übliche orthopädisch-chirurgische Ausbildung sind wir in der Lage, dies unter der Zielsetzung einer qualitativ hochwertigen und umfassenden Fußchirurgie zu tun. Die Analyse einer Kausalkette wie zum Beispiel eine Achsenabweichung an der unteren Extremität, die zur Entstehung einer vorliegenden Fußdeformität geführt hat, muß in die therapeutischen Überlegungen mit einbezogen werden. Gleiches gilt für die Diagnostik und Bewertung des multilokulären Gelenkbefalls bei der chronischen Polyarthritis mit Festlegung eines individuell angepaßten Therapieregimes. Eine Therapieplanung, die diese Aspekte unberücksichtigt läßt, muß mittelfristig zum Scheitern verurteilt sein. Das Detailwissen "rund um den Fuß" läßt sich nur dann erarbeiten, wenn basierend auf der Anatomie und Physiologie bis hin zur Biomechanik alle Aspekte einer Erkrankung hinreichend berücksichtigt und in das Behandlungskonzept mit einbezogen werden.

 

All diese Überlegungen versuchen wir sowohl in unseren Präparierkursen, aber auch den Operationskursen umzusetzen. Die weit verbreitete Vermittlung schematisierter Indikationsstellungen zu Vorfußeingriffen kann der oben angesprochenen Behandlungsphilosophie nicht genügen, weshalb die D.A.F. derartig gestaltete Massenveranstaltungen nicht unterstützt. Unser Ausbildungs- und Weiterbildungskonzept beinhaltet die Veranstaltung thematisch eng begrenzter Kurse mit kleiner Teilnehmerzahl, die jederzeit das kollegiale offene Gespräch möglich macht und den Gedankenaustausch fördert. Um für diese Zielsetzungen eine möglichst breite Basis zu schaffen, ist die Weiterentwicklung bzw. Konstituierung der Kommissionen und die tatkräftige Unterstützung durch die Mitglieder unumgänglich. Die Schilderung interessanter Kasuistiken, die kurze Zusammenfassung relevanter Kongreßbeiträge oder praktische Tips aus der täglichen Praxis haben einen großen Nutzen für die gesamten Mitgliedschaft der D.A.F.

 

Auch der in diesem Jahr erstmals ausgeschriebene "Imhäuser-Preis" hat zum Ziel, fußchirurgisch ambitionierte Ärzte zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit zu motivieren. Dieses Editorial endet mit der Hoffnung, daß sich der eine oder andere "noch Unentschlossene" zu einer wie auch immer gearteten Mitarbeit innerhalb der D.A.F. zum Nutzen der gesamten Mitgliedschaft entschließen möge. R.Fuhrmann, Eisenberg

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