Archiv 1997 |
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Ausgabe 2 - Februar --- Kongressreport --- |
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Hospitation bei Prof.Pisani in Turin
Fünf Mitglieder der D.A.F hatten im November 1996 die Möglichkeit, im Rahmen einer Hospitation in der Privatklinik des weltweit für orthopädische Fußchirurgie bekannten Prof. Pisani in Turin Einblicke in dessen Arbeitsweise und nicht zuletzt auch in die italienische Lebensart erhalten zu dürfen. Gerade der zweite Punkt war es, der uns immer wieder aufs Neue überraschte. Nicht allein die faszinierende Arbeit des "Professore" rief oftmals Bewunderung hervor, sondern auch die Souveränität, mit der er sein Leben und seine Arbeit miteinander verband. Stets ein wahrer Gentleman, ließ er dennoch alle Beteiligten und auch die Patienten merken, wer Chef im Haus ist. Seine Mitarbeiter, allen voran sein Bruder, vermochten die gute Atmosphäre im Haus über die Woche konstant aufrecht zu erhalten, waren immer für einen Spaß zu haben und geizten nicht mit Ratschlägen für uns "Nachwuchsorthopäden".
Seine Sichtweise der Fußchirurgie, die er in seinem Buch "el piede" dargelegt und uns in morgendlichen Seminaren darstellte, machte manches Thema zu einem Ausflug in den Bereich der Philosophie. Die Biomechanik des Fußes und die Integration der unteren Extremitäten in den Bewegungsablauf war ein Thema, das er besonders differenziert betrachtete. Niemals war der Fuß und seine Pathologie nur alleine zu sehen, der gesamte Mensch stand im Mittelpunkt. Diese Sichtweise zeigte sich auch bei der Vorstellung der Patienten. Pisani erhob, meist Pfeife rauchend, in aller Ruhe die Anamnese in seinem stilvoll eingerichteten Arbeitszimmer, niemals betrachtete er zuerst die mitgebrachten Röntgenbilder, sondern verließ sich ganz darauf, was die Patienten ihm berichteten. Erst nach der klinischen Untersuchung erfolgte die Begutachtung der Röntgenbilder.
Operiert wurde am Nachmittag ab 14.00 Uhr nach einem reichhaltigen Mittagessen. Die Maskennarkosen wurden von einem Anästhesisten nicht selten in zwei Sälen gleichzeitig durchgeführt. Die Weichteilpräparation einschließlich der Darstellung von Nerven und Gefäßen erfolgte mit dem Skalpell. Auf Drainagen wurde gänzlich verzichtet. Statt immobilisierender Gipsverbände kamen korrektive Verbände zum Einsatz. In der Regel konnten die Patienten am nächsten Tag die Klinik wieder verlassen.
Zusammenfassend haben wir einen nachhaltigen Eindruck der Pisani-Schule bekommen, auch wenn sich die Umsetzung der erworbenen Erkenntnisse auf deutsche Verhältnisse nicht immer realisieren läßt.
P.Krause und S.Linnenbecker, Münster
WORKSHOP MIT OP-ÜBUNGEN
"DER VORFUß"
Unter dieser Thematik wurde von der D.A.F. in der Zeit vom 03.-04.Januar 1997 ein Workshop mit praktischen Operationsübungen in Zusammenarbeit mit Prof.Koebke, dem Direktor des Anatomischen Institutes der Universität Köln, durchgeführt. Für die wissenschaftliche Leitung und Organisation waren von Seiten der D.A.F. Prof.Dr.H.H.Küster (Gütersloh), Priv.Doz.Dr. J.Jerosch (Münster) und Priv.Doz. Dr.C.Jantea verantwortlich.
Die anatomischen Grundlagen wurden von den Mitarbeitern des Anatomischen Institutes Köln (Prof.Dr.J.Koebke, Dr.J.Demmel, Dr.A.Blade) einleitend dargelegt. Auf die Variabilität der Strukturen und die Normvarianten im Bereich des Vorfußes wurde eindrücklich hingewiesen, ebenso auf die Entwicklung des Fußes während des Wachstums und die biomechanischen Besonderheiten beim Stehen und Gehen.
Zur Demonstration der Operationstechniken konnten erfahrene Referenten und Instruktoren aus der Klinik gewonnen werden (Frau Dr.Fuhrmann, Eisenberg und die Herren Dr.Frank, Leverkusen, Prof.Dr.Hagena, Bad Oeynhausen, Priv.Doz. Dr.Jerosch, Münster, Prof.Dr.Küster, Gütersloh, Dr.Maaz, Düsseldorf, Prof.Dr.Rütt, Köln und Priv.Doz.Dr.Jantea, Düsseldorf).
Die Operationsübungen konnten in kleinen Gruppen (2-3 Teilnehmer) an nicht fixierten Füßen vorgenommen werden, was auch die Möglichkeit zur subtilen Weichteilpräparation eröffnete.
Während des Kurses wurden die Standardtechniken zur Korrektur der hallux valgus-Deformität und der Kleinzehendeformitäten von einem Instruktor demonstriert und anschließend von den Kursteilnehmern nachvollzogen. Aufgrund der bewußt klein gewählten Teilnehmerzahl waren jederzeit eine offene Diskussion zur Thematik möglich.
Wegen der durchweg positiven Beurteilung des Kursverlaufes durch die Teilnehmer und die Instruktoren hat die D.A.F. bereits mit Prof.Koebke Gespräche eingeleitet, um Anfang nächsten Jahres einen weiteren Workshop in Köln anbieten zu können.
C.Jantea, Düsseldorf |
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